Bild: Veerami hat erfolgreich ihre Ausbildung zur Krankenschwester beendet.
(gloria.tv/ Missio-Päpstliche Missionswerke) Weltweit werden über 200 Millionen Kinder im Alter von 5-17 Jahren zur Arbeit gezwungen. Manche von ihnen unterstützen damit ihre Familien materiell. Viele Kinder hingegen werden auf diese Weise von skrupellosen Menschenhändlern ausgebeutet. Das geht aus einer Statistik der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) hervor, einer Sonderorganisation der Vereinten Nationen, die den 12. Juni zum „Internationalen Tag gegen Kinderarbeit“ erklärt hat. Dabei arbeiten rund 126 Millionen Kinder unter menschenunwürdigen Bedingungen.
„Besonders dramatisch ist die Lage in Indien, wo Kinderarbeit sehr weit verbreitet ist,“ erklärt dazu Monsignore Leo-M. Maasburg, Nationaldirektor von Missio: „Viele Kinder werden durch eine brutale Arbeit versklavt. Sie erhalten keine Ausbildung. Die Chancen auf ein besseres Leben sind für die meisten Kinder dadurch sehr gering. Durch das Engagement vieler mutiger Missionare und kirchlicher Mitarbeiter vor Ort werden jedoch viele Kinder aus dieser neuen Form der Sklaverei befreit. Sie können wieder ein Leben in Würde führen.“
Missio unterstützt eine Schule für indische Kinderarbeiter
Jesuitenpater Peter Daniel, Projektpartner der Päpstlichen Missionswerke in Indien, widmet sich als Direktor für Entwicklungsprojekte seit vielen Jahren dem Schicksal der Kinder ethnischer Minderheiten im Bundesstaat Andhra Pradesh. Fernab der nächsten Schule müssen Kinder in einem entlegenen Gebiet von frühester Jugend an harte Arbeit leisten. Sie werden als billige Arbeitskraft an Landbesitzer „verliehen“, wie u. a. Veerami, die für einen Bauern arbeiten musste, um die Schulden ihres Vaters abzuzahlen.
„Ich fand Veerami auf einem Feld, mitten in den Wäldern,“ erzählt Pater Peter Daniel vom Schicksal dieses Mädchens, das auch nach dem Tod ihrer Eltern von einem Landbesitzer weiterhin gezwungen wurde, die harte Feldarbeit fortzusetzen. „Ich ging zum Bauern und ,kaufte’ die Kleine frei. Es hatte sich um umgerechnet 80,- Euro gehandelt!“ Die kleine Veerami hatte Glück! Sie konnte nach ihrer Befreiung in einem von den Jesuiten geleiteten LITDS-Camp (Loyola Integrated Tribal Development Society) die Schule besuchen.
Ein neues Leben beginnt
Dank der mutigen Initiative von Pater Peter Daniel konnten bereits mehr als 500 Kinder ein neues Leben beginnen. Mit rund 660, - Euro im Jahr können die Schulgebühren und Lebenserhaltungskosten eines Kindes abgedeckt werden.
„Gerade zu Pfingsten – dieses Jahr fällt ja der Internationale Tag gegen Kinderarbeit mit dem kirchlichen Hochfest zusammen – können wir verstehen, dass der Geist Gottes auf die Welt herab gekommen ist, um die Menschen von ihren Fesseln zu befreien,“ erläutert Monsignore Leo-M. Maasburg und fügt weiter hinzu: „Der Geist will auch diese jungen Menschen in Indien in eine neue Freiheit der Kinder Gottes führen und wir dürfen dazu mithelfen.“