Pazzo 2

Betrachtungen über das Gebet

Aus den Visionen der Anna Katharina Emmerick (1774 - 1824)

Es ist freilich gewiß, daß nicht jedes Gebet erhört wird. Der Grund davon ist aber der, weil nicht immer in der rechten Weise gebetet wird. Wer erhört werden will, muß mit Demut, mit Vertrauen, mit Eifer und mit Beharrlichkeit beten. Dazu ist erfordert, daß man sich bemühe, die heiligen Gebote Gottes zu beobachten und ein frommes christliches Leben zu führen. Eine besondere Kraft und Wirksamkeit hat das Gebet jener, die sich angelegen sein lassen, alle ihre Werke in Vereinigung mit den Verdiensten Jesu und Mariä zu verrichten. Hierüber hatte Anna Katharina einst folgende Anschauung:

"Ich war in einem großen, leuchtenden Raume, der sich, je länger ich in die Runde sah, um so mehr erweiterte. Mir wurde gezeigt, wie es mit unseren Gebeten vor Gott beschaffen ist. Sie wurden wie auf große weiße Tafeln aufgezeichnet, und sie schienen in vier Klassen abgeteilt. Einige Gebete wurden mit prächtigen goldenen Buchstaben aufgeschrieben, andere mit silberglänzender Farbe und durch diese wurde ein Strich gezogen. Ich sah dies mit Freude an; doch war mir bang, daß ich dies zu schauen nicht würdig sei, und wagte kaum, meinen Führer zu fragen, was dies alles bedeute. Er gab mir zur Antwort:

Was aufgezeichnet ist mit goldenen Buchstaben, ist das Gebet jener, die ihre guten Werke ein für allemal mit den Verdiensten Jesu Christi vereinigt haben und diese Vereinigung öfter erneuern; die dabei aber auch sich sehr angelegen sein lassen, seine Gebote zu halten und sein Beispiel nachzuahmen.

Was aufgezeichnet ist mit Silberglanz, ist das Gebet jener, die an diese Vereinigung mit den Verdiensten Jesu Christi nicht denken, die aber doch fromm sind und in der Einfalt des Herzens beten.

Was mit dunkler Farbe aufgeschrieben ist, ist das Gebet derer, die nicht ruhig sind, wenn sie nicht oft beichten und kommunizieren und täglich gewisse Gebete verrichten, die dabei aber doch lau sind und das Gute nur aus Gewohnheit tun.

Was endlich mit schwarzer Farbe geschrieben und wieder durchgestrichen wird, ist das Gebet solcher, die ihr ganzes Vertrauen auf mündliche Gebete und auf ihre vermeintlich guten Werke setzen, aber die Gebote Gottes nicht achten und ihren bösen Begierden keine Gewalt antun. Dies Gebet hat kein Verdienst vor Gott, darum wird es durchgestrichen. So werden auch die guten Werke jener durchstrichen, die sich zwar viele Mühe geben, etwas Gutes zu stiften, dabei aber ihre Ehre und zeitliche Vorteile im Auge haben."

Ganz besondere Kraft hat auch das Gebet, das mit ausgespannten Armen verrichtet wird. "Diesem Gebet widersteht Gott nicht", pflegte Anna Katharina zu sagen, "denn sein eigener Sohn hat so bis in den Tod im Gebet treulich ausgeharrt." Einst sagte sie: "Ich erhielt auch einmal die Weisung, daß ein lebendiges Vertrauen in Einfalt alles wesentlich und zur Substanz mache. Diese beiden Ausdrücke gaben mir einen großen Aufschluß über Wunder und Gebetserhörung."

Über das Gebet, das vor Gnadenbildern verrichtet wird, äußerte sie einmal: "Oft bin ich über das heilige Kreuz in Koesfeld unterrichtet worden, es sei von Gott an diesen Ort geknüpft, auf daß hier ein Widerstand gegen das Böse sei, wie allerorten, wo solche Heiligtümer verehrt werden. Das Wunderwirkende aber ist die Heftigkeit des vertrauenden Gebetes."
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dlawe

Mein Herr und mein GOTT erhöre meine Gebete bitte! DANKE!

Pretorius

Gott hört jedes Gebet, doch ER erhört nicht jedes sondern nur diese welche aus ehrlichem demütigen Herzen gebetet wird....Darum sollen wir sagen können "Herr aber DEIN Wille geschehe..... wie im Himmel also auch auf Erden"