Sprache, Lüge und Wahrheit
Hilary Putnam hat in seinem guten und wichtigen Buch, Für eine Erneuerung der Philosophie, das Problem der Beziehung zwischen Sprache und Realität hochdifferenziert behandelt. Es ist sehr zu empfehlen.„In einem bekannten Brief an Marcus Herz bezeichnet Kant die Frage, inwiefern ein Bewusstseinsinhalt eine „Vorstellung“ (also eine „Repräsentation“) von einem Gegenstand außerhalb des Bewusstseins sein kann, als das schwierigste Rätsel der Philosophie. Seit nun in früheren Jahren unseres Jahrhunderts die sogenannte philosophische Wende zur Sprache stattgefunden hat, ist die einstige Fragestellung durch das Problem „Wie gelingt es der Sprache, sich an der Welt festzuhaken?“ ersetzt worden; doch eine Antwort zu finden ist durch die Verschiebung der Fragestellung nicht leichter geworden.“ Ebd., Stuttgart, 1997, S. 35.
Das ganze Buch dreht sich um diese Frage: Ist unsere Vorstellung, unsere Geschichte über die Realität wahr?
Erinnern wir uns: Die Erde wurde erschaffen, um dem Abfall von Gott eine letzte Chance zu bieten. Gott ist die Wahrheit. Die Abfaller von Gott lehnen damit die Wahrheit ab. Sie können nicht anders als lügen. Sie sind die Lüge. Um ihnen zu entsprechen sind Sprache und Realität getrennt, anders als bei uns zu Hause. Wir sind geradlinige und vor allem „gutgläubige“ Kinder. Bei uns ist eins, eins, bei den Lügnern ist es, etwas anderes.
Im Reich des Herrn der Welt fallen Sprache und Realität auseinander. Putnam beleuchtet dieses große Rätsel der Philosophie. Gott ist der Logos. Der Logos ist die wahre Geschichte der Welt. Alle Seine Kinder ordnen sich ein. Die Lügner erfinden ihre eigene Geschichte. Jetzt gibt es sehr viel Arbeit für die Engel. Unablässig müssen die Lügenmärchen der Abfaller mit der Wahrheit synchronisiert werden, bis es irgendwann nicht mehr geht. Adieu.
Das ist das Problem des Novus Ordo. Dessen Vertreter glauben an ihre eigene erfundene Geschichte in Bezug auf die katholische Kirche. Es sind leere Worte. Bald glauben sie das Lügengebäude selbst nicht mehr. Umso mehr Worte, umso weniger Wahrheit.
Kontemplative Mönche und Nonnen reden überhaupt nicht mehr. In ihrer Hingabe an Gott sind sie selbst zur Wahrheit geworden. Worte stören nur. Mit Worten kann man lügen. Worte gehören zur Architektur des Reichs der Lüge, des Herrn der Welt.