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Freiburger Theologe Hoping kritisiert Pensionisten-Memorandum



(gloria.tv/ KNA) Als spaltend und wenig hilfreich hat der Freiburger katholische Theologe Helmut Hoping das von derzeit 268 deutschsprachigen Theologieprofessorinnen und -professoren vorgelegte Memorandum für Reformen in der katholischen Kirche bezeichnet. Forderungen nach einer Priesterweihe für Frauen, nach einer Anerkennung von gleichgeschlechtlichen Partnerschaften oder Rufe nach mehr Demokratie brächten die Kirche nicht weiter, sagte Hoping der «Badischen Zeitung» (Freitag). Das Memorandum reiche an die eigentlichen Ursachen der derzeitigen Kirchenkrise gar nicht heran. Diese sind nach Hopings Ansicht eine «Erodierung des Glaubenswissens und der religiös-kirchlichen Bindung sowie die Krise des christlichen Kultes».

Diese Krise des Glaubens lasse sich nicht mit Forderungen nach mehr Basisdemokratie bewältigen, so der Theologe. «Über Glaubensfragen kann nicht abgestimmt werden», sagte er und verteidigte die Ämterhierarchie als konstitutiv für die Kirche.

Zugleich kritisierte Hoping, viele Theologen und auch Bischöfe dächten «viel zu wenig über die Bedeutung der Liturgie für die Identität der katholischen Kirche nach». Wenn Gottesdienste «sehr oft gegen die liturgische Ordnung» gefeiert würden, führe dies auf Dauer zu einem diffusen Glauben und Gottesbild. Massiv kritisierte Hoping auch den aktuellen schulischen Religionsunterricht, der oft zu keiner christlichen Bildung mehr führe.

In dem Anfang Februar im Internet veröffentlichten Memorandum «Kirche 2011: Ein notwendiger Aufbruch» wird für mehr Beteiligung der Gläubigen an der Bestellung von Amtsträgern, die Priesterweihe auch von Verheirateten, eine bessere kirchliche Rechtskultur und mehr Respekt vor individuellen Lebensentscheidungen plädiert. Die katholischen Bischöfe haben die Appelle bisher zurückhaltend aufgenommen. Im Internet formierten sich auch Gegenpetitionen.
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