Vom Benehmen mit Majestäten
Eine respektvolle äussere Haltung einzunehmen ist ja nicht in erster Hinsicht eine Frage der Authentizität - Auch beim Empfang der Hl. Eucharistie - Gedanken aus dem Auenland von Nikolaus Lobkowicz
Prag (kath.net)
Und jetzt stelle man sich vor, dass vor dem Palast des Königs ein paar offizielle Palastdiener in Jeans und Sneakers stehen, die einen gleich ziemlich abschätzig anschauen, wie man das so ankommt, ganz freudig aufgeregt und leicht nervös. Der missbilligende Blick der kopfschüttelnden Palastdiener wird geradezu verachtend, wie sie den festlichen Aufzug der eingeladenen Gäste sehen. Was einem eigentlich einfiele, wollen sie von den rasch stark verunsicherten Gästen wissen- ob man denn nicht wisse, dass es dem König nur um „innere Werte“ gehe. Man solle daher sofort umdrehen und gefälligst in Jeans, Hoodie und Sneakers wiederkommen. Sonst werde man nicht vorgelassen.
Ein weiterer Kommentar von elisabethvonthüringen
Stellen wir uns mal vor, wir wären eingeladen worden, den König bei einem Staatsempfang zu treffen. Wir hätten uns davor vermutlich erst mal erkundigt, wie man sich zu so einem Empfang überhaupt richtig anzuziehen hat. Dunkler Anzug? Smoking? Cutaway? Cocktail Kleid, Abendkleid, Hosenanzug? Mit Hut oder ohne? Wenn wir das richtige Kleidungsstück nicht selbst gehabt hätten, dann hätten wir sicher eine erhebliche Anstrengung gemacht, es zu beschaffen- entweder kaufen, oder von einem Freund borgen, oder was auch immer. Dann hätten wir uns ausführlich herausgeputzt, die Schuhe auf Hochglanz poliert und hätten uns dann auf den Weg gemacht- nicht ohne nochmal kritisch im Spiegel zu checken, ob alles sitzt. Wir hätten uns ausserdem ganz bestimmt bei jemandem kundigem erkundigt, wie man sich eigentlich bei so einem Staatsempfang richtig benimmt: Wo steht man, darf man sitzen, was kann man sagen und was nicht, welche Reihenfolge gibt es, usw. Schliesslich trifft man ja nicht jeden Tag einen König!