Simulationshypothese (2) Indizien für eine Simulation
Die [...] Indizien, warum wir uns in einer Simulation befinden, lassen sich wie folgt zusammenfassen.
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Die Evolutionsgeschichte weist beträchtliche Lücken auf: Weder der Ursprung der ersten Urzelle aus unbelebter Materie (Chemische Evolution), noch die Bildung von Eukaryoten (Zellen mit Zellkern), noch wesentliche Evolutionssprünge (z.B. der Übergang zu flugfähigen Spezies) lassen sich anhand von Zwischenstufen nachvollziehen. [...]
Unser Sonnensystem weist Phänomene auf, die nur schwer erklärbar sind: Der Drehimpuls der Planetenbahnen ist viel höher als nach deren Masse zu erwarten wäre. Die große Menge an Wasser lässt sich ebenso wie die Verfügbarkeit aller Elemente des Periodensystems auf der Erde nur durch eine Verknüpfung unwahrscheinlicher Zufälle erklären. [...]
Das Vorliegen einer Aktivierungsenergie für chemische Reaktionen und die Anwesenheit von Katalysatoren sind Voraussetzungen zur Entstehen von Leben. Ohne die Aktivierungsenergie würden sich auf der Erde anstelle der Kohlenwasserstoffverbindungen, welche unser Leben ermöglichen, nur die stabileren Verbrennungsprodukte Wasser und Kohlendioxid finden lassen. [...]
Die Feinstrukturkonstante α, eine grundlegende Größe in der Physik, liegt genau in dem Bereich, der die Entstehung von Leben überhaupt ermöglicht. Bereits eine kleine Abweichung des Wertes hätte zur Folge, dass kohlenstoffbasiertes Leben in unserem Kosmos nicht existieren würde. [...]
Die Schwerkraft, die um Größenordnungen schwächer als der Elektromagnetismus ist, passt nicht so recht zu den anderen Wechselwirkungen. Dass sie genauso ist, wie wir sie vorfinden – existent aber sehr schwach, ist die Voraussetzung zur Ausbildung von intelligentem Leben. [...]
Die von der Wissenschaft gesuchte "Weltenformel", welche sinnbildlich für den Zusammenhang aller Interaktionen im Universum steht, lässt sich nicht finden. Die beobachtete Wirkung der Schwerkraft in unserem Sonnensystem reicht z.B. zur Erklärung der Schwerkraft im umgebenden Universum nicht aus. Die Urknalltheorie muss Hilfsgrößen wie Dunkle Materie und Dunkle Energie einführen. [...]
Die Wissenschaft kann intelligent gemachten Unsinn, wie z.B. das Voynich Manuskript, nicht einfach als solchen erkennen, sondern tendiert dazu, alternative Erklärungen anzubieten. Dies hängt damit zusammen, dass wir über kein in sich abgeschlossenes Wissen verfügen. Daher können wissenschaftliche Erklärungsansätze immer komplexer werden, ohne dass wir erkennen, dass man sich schon längst verrannt hat. [...]
Das menschliche Bewusstsein und unser Wille weisen Phänomene auf, die sich aus naturwissenschaftlicher Sicht nur unzureichend oder gar nicht erklären lassen. Dazu gehören die Hypnose, Telepathie, Homöopathie und Placebo-Effekte, Phantomschmerzen, das Einlernen von Prothesen, Spontanheilung von Krebs, Außergewöhnliche Körperbeherrschung, Psychedelische Substanzen und Bewusstseinsveränderungen. Dabei können entweder der Betroffene selbst oder ein Dritter auf das Bewusstsein zugreifen, dieses steuern und ggf. auch stoffliche Veränderungen im Körper bewirken. [...]
Bisher haben wir weder direkt noch indirekt Zeichen einer Außerirdischen Intelligenz im Weltall beobachten können, obwohl die Wahrscheinlichkeit für deren Entstehung groß sein sollte. [...]
Durch die Naturgesetze sind Reisen ins Weltall erschwert. Die Lichtgeschwindigkeit als ein begrenzender Faktor und die Auswirkungen der Relativitätstheorie auf Menschen, die sich mit hoher Geschwindigkeit bewegen (zurückgebliebene Angehörige altern schneller als die sich rasch fortbewegenden Astronauten), erschwert die Durchführung von Projekten zu interstellaren Reisen enorm. [...]
Die Raumsonden Voyager 1 und 2 zur direkten Erforschung des Raums außerhalb der Heliosphäre, welche unser Sonnensystem begrenzt und den Übergang zum interstellaren Raum bildet, senden merkwürdige Daten zur Erde zurück. [...]
Die Ausdehnung der Universums, die sich entgegen den ursprünglichen Modellen zum Urknall nicht abschwächt, sondern beschleunigt, kann nur durch ein Anti-Gravitationsfeld erklärt werden. Als Ursache wird entweder das Vorliegen von Dunkler Energie oder die Anwesenheit einer fünften Grundkraft, der Quintessenz, welche einen gleichförmigen negativen Druck auf das Universum ausübt, angenommen. [...]
Die Grundlagen der Theoretischen Physik sagen die Existenz eines Spiegeluniversums voraus, in welchem Materie durch Antimaterie vertauscht ist, gespiegelte Raumverhältnisse vorliegen und die Zeit zwar auch linear, aber in die entgegengesetzte Richtung verläuft. [...]
Als Menschen befinden wir uns in einer passenden Zeitspanne, die geradezu ideal für die Befassung mit philosophischen und intellektuellen Themen erscheint. So wurde der wissenschaftliche Horizont durch die Vorstellungen der Quantenmechanik (Unschärferelation) und die Rechenleistung moderner Computer enorm erweitert. Viele der hier beschriebenen Indizien haben sich erst durch Vorstellungen, die in den letzten Jahrzehnten entwickelt wurden, ergeben. [...]
Zwischen Anspruch und Realität von uns klafft eine große Diskrepanz. Wir verstehen uns als fortschrittliche Zivilisation und führen gleichzeitig unzählig viele Kriege. [...]
Um ein großes und langlaufendes Simulationsprogramm durchführen zu können, sind Singularitäten erforderlich, die regelmäßige Updates des Programms zulassen. Diese finden sich durch Schlaf und Tod auf individueller Ebene, durch Sprünge im evolutionären Ablauf einzelner Spezies (Aussterben der Dinosaurier, Auftreten neuer Arten) und durch vielfältige disruptive Unterbrechungen wie z.B. Naturkatastrophen auf regionaler oder globaler Ebene. [...]
Das Träumen im Schlaf und die wahrgenommenen Träume sind rein wissenschaftlich schwer zu erklären. [...]
Der Mandela-Effekt beschreibt eine kollektiv falsche Erinnerung einer Vielzahl von Menschen. Sie erinnern sich an Details in der Vergangenheit, die sich in dieser Form nicht ereignet haben. [...]
Die fehlende wissenschaftliche Erkenntnis zu zentralen Fragen des Lebens setzt sich seit der Antike unbeirrt fort. In der Naturwissenschaft treten in den letzten Jahrzehnten immer mehr ungeklärte Fragen auf, die Erklärungsmodelle weiter verkomplizieren und ein Interesse des Laien an wissenschaftlichen Grundsatzarbeiten geringer werden lässt. [...]
Das Nichts, aus welchem sich nach der Urknalltheorie durch Quantenfluktuationen unser Universum entwickelt haben soll, ist kein echtes Nichts, sondern enthält eine unvorstellbar große Vakuumenergie, die nicht zum experimentellen Wert passt, welcher die Ausdehnung des Universums erklärt und um viele Größenordnungen kleiner ist. [...]
Die Koexistenz von Chaos und Ordnung in unserer Welt durchzieht alle Ebenen und umfasst Bereiche wie z.B. die Physik, Chemie, Biologie und Mathematik. Ohne diese Dualität wäre entwickeltes Leben unmöglich. Weder ein völlig chaotisches, noch ein völlig geordnetes System bietet die Möglichkeit, stabile Lebensformen auszubilden, die auch einen Stoffwechsel besitzen. [...]
Die Unergründbarkeit der Zahlentheorie, welche als Grundlage für die elementaren Strukturen unseres Universums aufgefasst werden kann, ist ein Mysterium. Selbst einfache Fragestellungen entziehen sich der menschlichen Intuition. Es scheint, als wäre die Zahlentheorie eine Art blinder Fleck in unserem Verständnis der Welt. [...]
Wir befinden uns mittig auf der Skala der räumlichen Dimensionen in unserem Kosmos. Sowohl zu den kleinsten Einheiten, den Elementarteilchen, als auch zu den größten Einheiten im Universum hin beobachten wir einen ähnlichen Bereich an Größenordnungen Abstand von unseren im Alltag angetroffenen Abmessungen. [...]
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Quelle: Dr. Roland Spiegler, Die Künstliche Intelligenz sind wir! Eine Simulationshypothese zur Entstehung der Welt und zum Sinn unseres Lebens, Copyright (c) 2002 Dr. Roland Spiegler, 1. Auflage, Printed by Kindle Direct Publishing, an Amazon.com Company, S. 138-143.
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Die Textauslassungen in den eckigen Klammern beinhalten die Erklärungsansätze des Autors aus Sicht seiner Simulationshypothese. Da der hier wiedergegebene Text copyright-geschützt ist, lasse ich ihn nur begrenzte Zeit online. Als Entschuldigung für die eventuelle Copyright-Verletzung möge gelten, dass sie ein Lesetipp für das Buch ist, siehe amazon.de/…ntelligenz-sind-Simulationshypothese/dp/B0BFV28XQQ. G.d.Th.