Wer hat Interesse an einer Eskalation der Ukraine-Krise?
Volltext
@diana 1 ich kann Sie ein wenig verstehen aber bedenken Sie bitte
-die Geisteshaltung der Verantwortlichen in den USA hat nichts mehr gemein mit einem JFK (bin ein Fan von ihm, jawohl) der für sein Engagement ermordet wurde.
www.youtube.com/watch
Die Hilfslieferungen für die Zivilbevölkerung haben sie auch im sog. arabischen Frühling durchgezogen und den einzelnen Piloten derselben spricht niemand ihren guten Willen und Menschlichkeit ab.
-Rußland erführ die letzte Zeit unter Putin einen Wandel (nein, er ist kein komplett Heiliger aber wenn er nicht friedliebend wäre hätten wir wahrscheinlich schon die Panzer bei uns stehen). Die EU-Grenzen verschoben sich unerbittlich immer weiter seit 1989 entgegen der Zusage des Westens Richtung Osten beträchtlich. Das mit der Krim ist ein Sonderfall, den besser Ewald Stadler in seinem Beitrag anhand der Völkerrechtscharta erklärt (hier abrufbar). Was jetzt in Wales beschlossen werden soll trägt auch nicht gerade zur Deeskalation bei. Aber wenn Rußland dann auch seine Grenzen verstärkt dann ist das auf Neusprech Agression?
3 Kurzvideos zum Thema Ukraine:
Einer Abgeordneten wird das Mikro abgedreht weil sie die Wahrheit sagt:
www.youtube.com/watch
An wen erinnert mich nur der Mauerbau??
www.youtube.com/watch
Was ein russischer Abgeordneter auf einer UNO-Versammlung zu sagen hat:
www.youtube.com/watch
Ja Rußland wil keinen Krieg, aber Rußland will die Ukraine. mit welchem Recht, überfällt Rußland seinen Nachbar? Rußland hat nicht das Recht Leute zu töten, weil es das Nachbarland in sein Imperium eingliedern will. Jeder sollte mal nachdenken, wenn im das pasieren wurde, dass der Nachbar sein Land will. Jeder sollte sich 2014 an Verträge halten.
Ich habe in Berlin gelebt, auf dem Landweg haben die Rußen, keine Waren in die Stadt gelassen, Amerika hat Berlin über den Luftweg versorgt. Viele Piloten sind gestorben weil sie Berlin geholfen haben. Dafür muß Deutschland, heute noch dankbar sein, denn jeder Mensch hat nur ein Leben.
Habe da noch 2 passende Links gefunden:
Führende ehemalige US-Geheimdienstler warnen Fr. Merkel:
plus.google.com/…/CGL8e9WCuej
Kurzinterview mit Professor Dr. Foote:
www.youtube.com/watch
Allen eine gesegnete Nachtruhe!
Dass Russland den Krieg nicht will, sehe ich auch. Die USA sind eigentlich nach all den Kriegen seit den Bushs geschwächt. Woher dann aber die eigenartige Eskalation der Situation? Gauck ruft ja immer deutlicher zu den Waffen, und in den Blogs werden wir darauf vorbereitet, dass „wir Christen“ mit einer Stimme sprechen müssen? Was bitte sollen wir sprechen? Was sollen wir im Namen „Christi“ tun? Hinter welchen neuen oder alten Fahnen sollen wir uns versammeln? Und wer trägt diese Banner?
Ich meine, dass es gut ist, die Zeichen der Zeit zu beobachten, aber nicht, um in ihnen aufzugehen oder sich in ihnen zu verlieren, sondern um besser zu verstehen, wie das Wort Gottes in einer nachchristlichen Gesellschaft neu Fuß fassen kann. Ich will deshalb hier eine abweichende Betrachtung vorlegen.
Der erste Impuls für den Krieg der Kulturen ging von den USA aus, und endet nach katastrophalen Erfolgen im Irak und Afghanistan im arabischen Frühling und einer großen Katastrophe für die alten christlichen Siedlungsgebiete. Ich höre noch die mit offenem Beifall bedachte Predigt in meiner Pfarrkirche über den Geist des Konzils und über Bürgerrechte im arabischen Frühling, samt den zugehörigen Fürbitten. Über die Toten jetzt wird geschwiegen, denn schuldig werden können ja diese Promotoren des Bürgerrechts nicht, weil sie immer nur Gutes gemeint und Gutes gewollt haben. Wirklich Stopp geschrien hat Papst Franziskus dann bei Syrien. Und auch die Russen. Davor lag der nicht stattgefundene Krieg gegen den Iran, weil 25 Prozent des Welt-Erdöls durch die Strasse von Hormuz fließen und China in besonderem Maße davon betroffen wäre.
Der amerikanische Krieg der Kulturen hat weltweit Gegenreaktionen bewirkt. Der Islam reagiert mit immer irrsinnigerem Fundamentalismus, wobei das Geld für diese Auftritte auf die Länder Katar, Saudi Arabien oder besagten USA verweist. China bleibt eher verhalten, Indien erlebt ein Erstarken des Hinduismus und Russland kehrt zur Orthodoxie zurück. Der Schlüssel für den Frieden und die meiste Gefahr für den Frieden geht im Moment von Europa und Deutschland aus.
Wirtschaftlich brummt die Exportmaschine, kulturell ist Deutschland in einem Wandel begriffen. Die Veränderung geht auf die Wiedervereinigung zurück und der Vereinigung von zwei politisch-psychologischen Strukturen: der westdeutschen grünen Gut-Menschen-Ideologie, die letztlich als Ausläufer der 68er-Rebellion gesehen werden kann und die sich aus der Rebellion der Söhne gegen die belasteten Väter eine neue deutsche Unschuld verschafft hat. Diese Strömung ist dann in der Wiedervereinigung mit dem ostdeutschen Protestantismus verschmolzen (Bündnis 90), der sich aus einer Mischung aus preußischem Marxismus und Bürgertum als nicht zuständig für die deutsche Vergangenheit definiert. Beides zusammen hat dann die ganze deutsche Gesellschaft verändert, den Protestantismus als Säkularkultur neu gestärkt. Die Elemente der katholischen Soziallehre sind weitgehend verschwunden, die CDU ist von den alten katholischen Elementen bereinigt und durch neoliberale Kräfte geprägt. Wir haben als Bundesrepublik zur Zeit faktisch eine protestantische Doppelspitze, deren Bindung an die westdeutschen Wertemuster nur schwach ausgeprägt ist, aber auch nichts mit den Werten der alten ostelbischen Gutsherrenschaft zu tun hat.
Im Grund erleben wir eine Renaissance des Deutschen Christentums in einer ge-genderten Modernisierungsvariante. Was vor 1933 die Wandervogelbewegung an Naturromantik besteuerte, kommt jetzt aus dem ökologischen Kontext, der die tabuisierte alte Naturromantik in die nach-nationalsozialistische Zeit übersetzt hat. Der ostdeutsche Bürgerprotestantismus liefert dazu das nötige Sendungs- und Unschuldsbewußtsein einer neuen Ethik, in der wir wieder Opfer für das Vaterland bringen dürfen – wenn es denn noch Väter im Lande gäbe, aber die gibt es nicht, denn wir alle sind inzwischen als Opfer neu erfunden, Opfer einer Vergangenheit, von der gereinigt sinnstiftend neue Unschuld ausströmt. Die entscheidende und am meisten beunruhigende Veränderung aber ist die neue Rolle des (Konzils)-Katholizismus. War 1933 das katholische Milieu weitgehend resistent gegen die neuheidnischen Verheißungen, so ist jetzt die katholische Kirche ohne Milieu und weitgehend durchprotestantisiert selber ein Motor der Veränderungen. „Woelki hat in Berlin viel gelernt“, lautet der Schlüsselsatz eines Interviews vom letzten Samstag und das ist ein Menetekel.
Gaucks Ruf nach Ehre, Verantwortung und Waffen tropft wie langersehnter Regen auf ausgedörrten Boden. Der Bau der Bagdad-Bahn war einer der Auslöser zum Ersten Weltkrieg, die Waffenlieferungen für die Kurden bewegen sich erstaunlich genau entlang dieser alten Verbindungslinien. Und das im September 1914 unter Bethmann-Hollmann von Kurt Riezler geschriebene Programm der deutschen Kriegsziele erscheint hundert Jahre später moderat und als hätten wir immer nur stur an diesem Programm gearbeitet. Im Westen nichts Neues? Irgendwo am östlichen Ende der Ukraine liegt Stalingrad, also nun heißt es Wolgograd. Aber dahin wollen wir ja gar nicht, denn angeblich haben wir aus der Geschichte gelernt. Die sogenannten Separatisten lassen sich die Bilder der Muttergottes von Smolensk segnen. Irgendwo da begann vor 200 Jahren die Umkehr in einem anderen Krieg der Kulturen. Einer meiner Vorfahren mütterlicherseits hat damals eine Demonstration gegen Napoleon organisiert. Im Nachbarort sollte er erschossen werden, aber auf dem Transport dorthin „entsprang er“. Danke, Herr.