„… das Finale von I:87 [ist] zwar in gewisser Hinsicht einfach, aber zugleich einer der merkwürdigsten Sonatensätze (…), die Haydn geschrieben hat: die thematische Substanz ist gering, das einzige Thema wird kein einziges Mal geschlossen präsentiert, sondern bricht ständig in lärmende Tutti-Durchführungsabschnitte um, die eigentliche Durchführung beleuchtet das Thema (wie im Kopfsatz, aber ausführlicher) auf hart nebeneinander gestellten tonalen Ebenen (fis, D, h, E), statt thematisch zu arbeiten – und die Reprise ist auf neun Takte Thema plus 12 Takte Kadenztutti reduziert. An die Stelle eines durch ausbalancierte Form gebändigten Satzes in den typischen Tonfällen und Techniken eines Finales tritt die permanente Turbulenz, nach deren Festlaufen in Septakkorden (T. 192f.) das endlich erscheinende Thema nur noch ein witziges apercu ist. Das Publikum, das sich schon über die Witze im Finale von Mozarts Pariser Symphonie so gefreut hatte, wird das apercu goutiert haben.“(Ludwig Finscher)
„Auch das Finale der Sinfonie 87 beschränkt sich völlig auf das motivische Material, das mit dem Thema eingeführt und noch in der Exposition sofort ausgiebig verarbeitet wird: ein Seitenthema ist nicht vorhanden und ebensowenig eine regelgemäße Reprise. Nach einer überlangen Durchführung – sie nimmt mit 110 Takten mehr als die Hälfte des gesamten Satzes ein – erklingt der Vordersatz des Themas 22 Takte vor Schluß nach einer Fermatenpause erstmals wieder in der Grundtonart, und danach beschließt eine kurze Coda diesen sehr lebendigen, kraftvollen Satz.“(Wolfgang Marggraf)