M.RAPHAEL

Als Kind hatte ich unzählige Male immer wieder mehr oder weniger den gleichen Traum:
Ich stand mit anderen Beobachtern auf einer Höhe über einer großen und sehr lebendigen Stadt. Sie war voll von lebendigen Menschen, eine einzige liebenswerte Wuselei, jeder Jeck ein anderer (oh, der Rheinländer in mir).
Auf einmal schoss vom Himmel ein Blitz ohne jedes Zucken gerade auf die Erde. Der Blitz versteckte sich hinter einem größeren Gebäude. Dann begannen die Menschen nach und nach ebenso hinter diesem Gebäude zu verschwinden, bis irgendwann die ganze Stadt wie tot und ausgestorben vor uns lag. Aber es war weder ruhig noch friedlich. Die Stille war durch und durch böse, wie vor einem tödlichen Sturm.
Dann, ohne jede Vorwarnung, stürmten all die verschwundenen Menschen von hinter dem Gebäude wie rasende und hasserfüllte Zombies, ein einziges Kollektiv tumber und tierischer Wut, heraus, um alle anderen noch lebendigen und individuellen Menschen zu suchen, um sie zu fressen. Die Varianten …Mehr

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M.RAPHAEL

Ich habe zwei Kommentare gelöscht und werde weitere entfernen, wenn sie dem Leben und seiner inhärenten Wahrheit (des Herrn) nicht gerecht werden. Natürlich hat jeder Mensch Träume, die alles Mögliche bedeuten können. In der Kunst ist klar, dass z.B. ein rotes Viereck unzählige Bedeutungen haben kann. Siehe A.C. Danto:
„In The Transfiguration of Commonplace. A Philosophy of Art (1981) entwickelt Danto sein Gedankenexperiment der visuell ununterscheidbaren Kunstwerke, das einerseits seine Theorie der Aboutness von Kunstwerken und damit seine externalistische Kunstauffassung stützt und andererseits ein Argument gegen eine internalistische Auffassung darstellt.
In seiner imaginären Galerie befinden sich neun exakt gleich aussehende rote Vierecke. Das erste ist ein Gemälde der Israeliten, die das Rote Meer durchqueren, wobei die Israeliten schon vorbeigezogen und die Ägypter bereits ertrunken waren. Das Ergebnis seines Lebens gleiche diesem Gemälde, sagte Kierkegaard, weshalb das zweite Kunstwerk das Werk eines dänischen Porträtisten sei, der das rote Viereck mit „Kierkegaards Stimmung“ betitelt. Es geht weiter mit dem „Roten Platz“, ein Stück Moskauer Landschaft sowie einem Musterbeispiel geometrischer Kunst, das zufällig denselben Titel trägt. Darauf folgen „Nirwana“ und ein Stillleben mit dem Titel „Rotes Tischtuch“. Schließlich sei das siebte Objekt lediglich eine mit Bleirot grundierte Leinwand und nicht wirklich ein Kunstwerk. Daneben kommt eine nicht grundierte, sondern bleirot bemalte Leinwand, einfach ein Ding mit Farbe drauf. Ein junger Künstler J. ist empört von diesen sogenannten Kunstwerken. Als eine Art Protest malt er ein Werk, das den anderen roten Vierecken gleicht und erklärt sein Werk hieße „Ohne Titel“ und sei über nichts.“

Aus diesem Grund habe ich die einzig wahre Interpretation meiner Träume gleich mitgeliefert, wie ein Künstler, der nur diese eine zulässt und intendiert. Dem Leben ist immer schon unsere jeweilige Deutung inhärent. Sonst könnten wir gar nicht existieren.
Ich bin ein Todfeind jeglicher Kollektive, sei es des Nationalsozialismus, sei es des SED Kommunismus, nicht nur in Thüringen, sei es des Konzilskatholizismus (Kazi) der kleinkarierten und perversen Schwächlinge (das Ressentiment von Nietzsche), die ihr Statusbewusstsein und ihre Machtgier hinter goldenen Wasserhähnen (kein Witz) im Stift verstecken und frierende Versager wie mich bespucken.

Ein echtes, gutes Kunstwerk lässt immer viele Deutungen durch die Jahrhunderte zu. Es wäre ja überflüssig, wenn sein Sinn sich in einer "einzig wahren Interpretation" erschöpfen würde.