Stepan Rudenko

Sel. Oleksiy Zarytskyj - Gedenktag: 30. Oktober.

In seinem Gespräch mit Diane Montagna sagt Bischof Athanasius Schneider folgendes: „Und dann kamen heimlich Priester. Vor allem gab es einen ukrainischen Priester, der in Karaganda im Exil lebte, den seligen Pater Oleksiy (Alexij) Zarytskyj, der eine Strecke von zweitausend Kilometern ins Uralgebirge zurücklegte. Es gab in Kasachstan einen Gulag, eines der fürchterlichsten Konzentrationslager in der Sowjetunion. Dort war er im Gulag gewesen, dann wurde er freigelassen und unter eine Art Hausarrest gestellt. Er durfte die Stadt nicht verlassen, doch er brach trotzdem aus und reiste, um Katholiken aufzusuchen; er wusste, wenn man ihn finden würde, würde er wieder in den Gulag kommen. Er kam zu meinen Eltern im Ural, heimlich. Er war so ein heiliger Mann. Mein Vater und meine Mutter, beide haben uns immer wieder vom seligen Pater Oleksiy Zarytskyj erzählt. Beide sagten, sie hätten in ihrem ganzen Leben nicht einen so heiligen Priester kennen gelernt. Er gab sich wirklich vollständig hin. Nachts hörte er Beichten, denn sie hatten zehn Jahre lang keinen Priester gehabt. Er zelebrierte die Messe und teilte die heilige Kommunion aus und so weiter. Manchmal aß er zwei Tage lang nichts, denn der Strom der Menschen, die zu ihm kamen, riss nicht ab Tausende Deutsche, die katholisch waren. Sie kamen heimlich, um zu beichten.“ (Christus vincit)

Wer war Oleksiy Zarytskyj? Der ukrainische griechisch-katholische Priester Oleksiy Zarytskyj wurde im Dorf Bilcze im Gebiet Lemberg geboren. Von 1922 bis 1931 studierte er am Staatsgymnasium in Stryj. 1931 trat er in das Priesterseminar der Erzeparchie Lemberg ein. Er wurde 1936 von Metropolit Andrej Scheptyzkyj geweiht und diente als Seelsorger in den Dörfern Stynawa Niżna, Strutyn, Rzęsna Ruska und Rzęsna Polska.

1946 wurde er verhaftet, weil er sich weigerte, den katholischen Glauben zu verleugnen und zur russischen Kirche zu konvertieren, und verbrachte sechs Monate im Gefängnis von Złoczów.

Am 10. Oktober 1947 wurde er verhaftet und im Lemberger Gefängnis eingesperrt. Am 29. Mai 1948 wurde er zu acht Jahren Haft in Strafanstalten verurteilt und in das KZ Taischetlag in der Nähe von Irkutsk gebracht. Dann wurde er ins KZ Dubravlag in Mordowien verlegt. Seine letzte Umsiedlung erfolgte in das KZ Omlag in Sibirien bei Omsk. Oleksiy Zarytskyj wurde am 31. Dezember 1954 entlassen, mit dem Verbot, in die Ukraine zurückzukehren.
Im Jahre 1957 hat er mehr Rechte bekommen und startete gleich umfangreiche missionarische Aktivitäten unter Vertretern verschiedener verfolgten Nationalitäten. Er feierte nicht nur byzantinische Gottesdienste für Ukrainer, sondern auch im römischen Ritus, für Deutsche und Polen. Er wirkte als Untergrundmissionar in den Gebieten Samara, Ural, Orenburg und Kasachstan. Mehrmals wechselte er seinen Wohnort, um Verhaftung zu entkommen. Nirgendwo registriert, nur mit seinem Pass, setzte er seine Missionsarbeit fort, obwohl er jederzeit wieder verhaftet werden konnte. In den Jahren 1955–1961 wurde er mehrmals von der Polizei festgenommen, jedoch freigelassen.

Im April 1962 kam Zarytskyj in Karaganda an, wo er am 9. Mai desselben Jahres auch wegen angeblicher Landstreicherei verhaftet und zu zwei Jahren Haft im Lager Dolinka im Gebiet Karaganda verurteilt wurde. Er arbeitete als Schneider und sein Gesundheitszustand verschlechterte sich zusehends. Zarytskyj starb am 30. Oktober 1963. Er wurde dort begraben, aber durch die Bemühungen der katholischen Gemeinde des Ortes sowie der Verwandten und seiner ehemaligen Gemeindemitglieder aus der Westukraine wurde er umgebettet, zuletzt auf dem Friedhof Rzęsna Ruska.

Oleksiy Zarytskyj wurde am 27. Juni 2001 seliggesprochen.
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