Erscheinungen der Muttergottes in Manduria (Italien)
Die Berufung / Die Anfänge
Alles hat am 20. Mai 1992 begonnen, erzählt Debora. Ich war ein junges Mädchen wie viele andere auch, und dabei, das Jura-Abitur abzulegen; die Prüfungen sollten im Sommer desselben Jahres stattfinden. Ich ging sehr gern in Diskotheken. Ich hatte bei bestimmten Gelegenheiten eine herkömmliche religiöse Ausbildung erhalten, wie es Brauch ist. Ich ging nicht in die Kirche, und ich fand Priester unsymphatisch. Mein Leben war mit meinen Zukunftsplänen, meinem Freund, meinen Freunden und Vergnügungen ausgefüllt. Es gab nicht einmal einen Hauch von Beschäftigung mit geistigen Dingen!
An jenem Tag ging ich zusammen mit meinem Freund (den ich verlassen habe, als ich merkte, dass ich eine andere Berufung habe) zum Markt. Plötzlich erklang eine geheimnisvolle männliche Stimme in der Tiefe meines Herzens und rief mich: „Tochter, schau zum Horizont, dann wirst du sehen, dass nicht dies dein Weg ist, sondern ein anderer.“ Ich wurde von großer Furcht gepackt. Ich hörte diese Stimme ganz deutlich. Es war die liebliche Stimme eines Mannes, der sich in mir zwischen dem Herzen und dem Gehör vernehmen ließ. Ich kehrte nach Hause zurück und sagte kein Wort.
Einige Monate später, am 10. August, war ich zusammen mit meinen Freunden auf dem Weg in die Diskothek. Da ließ sich die geheimnisvolle Stimme mit Macht vernehmen: „Tochter, du sollst auf dem Weg meines Wortes wandeln, dann werde ich dich nach und nach dorthin führen, wo der wahre Vater ist.“ Tief erschüttert bat ich meine Freunde, mich nach Hause zurückzubringen, ohne ihnen den wahren Grund meines so plötzlichen Sinneswandels mitzuteilen.
Kurz darauf nimmt Debora auf Drängen ihrer Mutter an einer Wallfahrt teil und spürt einen starken Aufruf zum Beten: Ich sagte nur das eine: „Gegrüßet seist du, Maria, voll der Gnade“, weil ich mich nicht erinnern konnte, wie es weitergeht. Die Prozession kam ihrem Ende entgegen, als ich vor mir eine Sonne erblickte, die heller strahlte als die am Himmel und in einem Weiß leuchtete, wie ich es noch nie gesehen hatte. Aus diesem sehr sanften Licht sprach eine weibliche Stimme zu mir: „Wenn du deinen Weg mit mir gehst, wird er dir nicht schwer fallen. Geh, geh weiter, ich werde bei dir sein.“ Als ich auf dem Platz angekommen war, lief ich zum Brunnen, um mir das Gesicht zu waschen. Ich war wie betäubt, aber ich hatte keine Angst gehabt wie das Mal zuvor.
Dieses Wort hatte einen tiefen Frieden in mir hinterlassen.
In den darauffolgenden Tagen stellt sich Debora viele Fragen:
Was muss ich tun? Was ist das für eine Stimme, die zu mir spricht? Was widerfährt mir da? Ich merkte wohl, sagt sie, dass diese Ereignisse deinen übernatürlichen Ursprung hatten.
Wieder vergingen einige Wochen, bis die männliche Stimme von neuem zu mir sprach: „Tochter, im Namen der Ewigen Liebe überlasse ich dir meinen Frieden, gebe ich dir meinen Frieden. Ich bin der König der Offenbarung, der Sohn des lebendigen Gottes.“ Das alles gab mir jedoch keinen Frieden. Ich wurde von Zweifeln und Angst heimgesucht. Was war mir da nur passiert? Selbst wenn ich annahm, dass es Gott wirklich gibt, warum kam er gerade zu mir? Was erwartete er wohl von mir?
Debora fragt sich daraufhin, ob diese Stimme nicht jene ihres Vaters sei, den sie in ihrer Kindheit verloren hatte. Nach und nach beginnt sie, sich zu verändern. In ihrem Herzen entstehen fromme Empfindungen für die Jungfrau Maria und für den eucharistischen Jesus…
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