Petrusbruderschaft und Judentum
Diese Übersetzung weicht in einem wesentlichen Punkt vom Text der Vulgata ab. Während die EU nur von der Bekehrung der Heiden spricht, erklärt der lateinische Text auch worin ihre Bekehrung besteht: Die Heiden treten in Israel ein. Damit ist klar, dass mit "Israel" nicht die heutigen Juden gemeint sein können. Origenes behandelt diese Frage ausführlich.
Das stimmt auch mit dem Bild des Ölbaums überein, das der heilige Paulus im selben Kapitel vorausgehen lässt: Die verdorrten Zweige (die Juden, welche dem Erlöser untreu geworden sind), werden abgeschnitten und an ihrer Stelle andere (die Heiden) eingesetzt. Israel ist dieser Ölbaum, die Frucht der Erlösung und nicht das verworfene Judentum.
Blindheit liegt auf einem Teil Israels, denn einige Juden sind dem Erlöser untreu geworden. Diese Juden, werden verdammt werden, wenn sie sich nicht bekehren. Ihre Plätze in Israel sind leer. Aber ganz Israel wird errettet werden, denn Gottes Verheissungen sind ohne Reue und werden nie zurückgenommen. Deshalb füllt Gott die Plätze der verlorenen Juden mit Heiden. Diese Heiden (Nationen) kommen von Zion (Isaias 2,3). Das Heil kommt von den Heiden. Auch hier übersetzt die EU falsch. Gemeint ist nicht der Erlöser ("Retter"), sondern die Heiden.
Die Heiden nehmen von Zion kommend die Schmach Jakobs von Israel. Die Gottlosigkeit Jakobs besteht darin, dass viele Juden den Erlöser abgelehnt haben.
So wird schliesslich ganz Israel errettet sein, indem Heiden die Plätze der verlorenen Juden einnehmen. Das ist keine hoffnungsvolle endzeitliche Heilserwartung für die Juden! Das 2.Vat. Konzil interpretiert diesen Text falsch, in der Erklärung "Nostra aetate".
Die Lehre des heiligen Paulus ist klar. Die Heiden verdanken ihr Heil der Verdammung der Juden und nehmen ihre Plätze ein. Die einzige Hoffnung der Juden, welche dem Erlöser untreu wurden, besteht in der Bekehrung. Diese Möglichkeit steht immer noch offen, denn die Barmherzigkeit Gottes ist unergründlich.
Das war die einhellige Lehre der katholischen Kirche vor dem 2.Vat.Konzil.
Am Karfreitag betet die Petrusbruderschaft, bei der Bitte für die Juden:
"Allmächtiger ewiger Gott, Du willst, dass alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit gelangen. Gewähre gnädig, dass beim Eintritt der Fülle aller Völker in Deine Kirche ganz Israel gerettet wird. Durch Christus, unseren Herrn. Amen."
Hier wird "Israel" von Röm. 11, 26 mit den heutigen Juden identifiziert. Die Aussage ist Hohn auf die kirchliche Lehre. Der Text enthält keine Aufforderung zur Bekehrung der Juden. Aufgrund der vorausgegangenen Diskussionen muss man davon ausgehen, dass bewusst darauf verzichtet wurde. Das ist ein Kniefall vor dem Judentum und eine Verhöhnung des Erlösers. Die Mission gehört zum Wesen des Priestertums. Ein Priester, der bewusst die Mission aufgibt, hat sein Amt verleugnet. Er dient hierin nicht mehr Gott. Die Märtyrer sind gestorben, für das Zeugnis für Jesus Christus. Die Petrusbruderschaft hat für ein paar Annehmlichkeiten ihre Aufgabe verraten.
Das "Gebet" bedeutet: Wenn die Fülle der Völker in die Kirche eingetreten sein wird, werden alle Juden ohne weiteres Zutun erlöst sein. Das ist blanker Unsinn.
Nun gerät auch die Piusbruderschaft in das gleiche Fahrwasser (siehe Mitteilungsblatt).