Herz Jesu und Herz Mariä
Das Fest des Unbefleckten Herzens Mariä wurde 1944 von Pius XII. eingeführt und auf den Oktavtag von Mariä Himmelfahrt gelegt. Um aber die enge Verbindung zum Herzen Jesu wieder zu verdeutlichen, wurde das Herz-Mariä-Fest im Anschluss an das Zweite Vatikanische Konzil auf den Samstag der dritten Woche nach Pfingsten verlegt, den Tag nach dem Herz-Jesu-Fest. Und am Oktavtag von Mariä Himmelfahrt wird heute das Fest Maria Köningin gefeiert... eine wunderbare Anordnung dieser beiden Marienfeste!
Die Herz-Mariä-Verehrung ist vor allem durch den französischen Priester Johannes Eudes entfacht worden. Er betonte dabei die theologische Verbindung zwischen dem Herzen Mariens und dem Herzen Jesu, dessen Verehrung sich zur damaligen Zeit ebenfalls auszubreiten begann: So wie das Herz Jesu die Liebe Gottes zu den Menschen verkörpere, sei das Herz Mariens ein Bild für die antwortende Liebe des Menschen gegenüber Gott.
Die Verehrung des Herzens der Gottesmutter findet ihre Begründung darin, dass kein menschliches Herz Gott mehr, reiner und vollkommener liebte und lieben kann, als das Herz seiner guten Mutter. In Maria findet Christus die vollkommene Gottesliebe. Das Herz der Gottesmutter ist uns einerseits als Beispiel gegeben, an dem wir unsere Gottesliebe angleichen können. Andererseits beinhaltet die Verehrung des Unbefleckten Herzens auch die Weihe an das Herz der Gottesmutter. Ludwig Maria Grignon von Montfort ist hierfür der bekannteste Vertreter. Er sieht in dieser Weihe den einfachsten und sichersten Weg, um in der Gnade und in der Liebe zu Jesus zu wachsen. Jesus selbst hat in Pontevedra darum gebeten, dass wir das Herz seiner Mutter verehren. Er möchte das Herz Mariens geliebt wissen, weil er ihr Kind ist. Für jedes Kind ist das Herz der Mutter das Himmelreich, der Ort, wo es sich geliebt, angenommen und behütet weiß. Am Kreuz hat er Maria auch uns zur Mutter gegeben, damit auch wir das Herz dieser guten Mutter lieben, wie er es tut. Jesus ist auch wahrer Gott und hat das Herz dieser bescheidenen Frau von Nazareth erwählt, um unter diesem Herzen Mensch zu werden, um von diesem Herzen geleitet und erzogen zu werden, hingeführt zu werden, um seine große Sendung erfüllen zu können.
Gott hat in Maria ein Herz geschaffen, das fähig war, sich allezeit für Gott, für das Gute und gegen das Böse zu entscheiden. Der Schöpfer hat dieses Herz so wunderbar erschaffen, dass man sagen kann: Es ist neben dem Herzen Jesu das Meisterwerk der Schöpfung, das Juwel unter allem Geschaffenen. Marias Herz ist ein absolut fügsames, demütiges Herz, das niemals aufbegehrte und dadurch zu jeder Zeit in der Freiheit der Kinder Gottes blieb. Von Lukas wissen wir, dass Maria alles, was sie verstand oder auch nicht verstand, in ihrem Herzen bewahrte, es bewegte, bis sie es verstanden hatte, bis sie die Geheimnisse Gottes durchdringen konnte. Dieses Herz, diese Herzenszüge, machten sie zur Frau an der Seite Jesu, zur wahren Stütze und Hilfe des neuen Adams... zur Miterlöserin!
Mariens Herz ist ein bräutliches Herz, das nur Gott in reinster Liebe zugetan ist. Diese bräutliche Liebe ist fruchtbar geworden unter dem Kreuz ihres Sohnes und hat unzählige Kinder Gottes hervorgebracht. Und darum geht es vornehmlich bei der Verehrung ihres Unbefleckten Herzens: Dass wir durch die Liebe ihres Herzens für Christus geboren werden.