Ein Volk ohne Einbindung ins Transzendente, wird zweidimensional, wird zur Gesellschaft, zur zufälligen Menschansammlung, und was vorher einmal Heimat war, wird zum Wirtschaftsraum mit austauschbarem Personal.

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Franz Xaver

Mile Christi, sind Sie einer, der davonläuft? Ich halte es mit "Anna Katharina Emmerick, und bin nicht für`s Davonlaufen, wenn auch nur mit Gebet und Sühne:
Weihnachten 1819
"A.-K. Emmerick: Ich sah die Peterskirche und eine ungeheure Menge Menschen, welche beschäftigt waren, sie niederzureißen; aber auch andere, welche wieder an ihr herstellten. Es zogen sich Linien von handlangenden Arbeitern durch die ganze Welt, und ich wunderte mich über den Zusammenhang. Die Abbrechenden rissen ganze Stücke hinweg, und es waren besonders viele Sektierer und Abtrünnige dabei. Den Papst sah ich betend und von falschen Freunden umgeben, die oft das Gegenteil von dem taten, was er anordnete. Ich sah einen kleinen schwarzen, weltlichen Kerl in voller Tätigkeit gegen die Kirche. Während die Kirche auf der einen Seite so abgebrochen wurde, ward auf der andern Seite wieder daran gebaut, aber sehr ohne Nachdruck. Ich sah viele Geistliche, die ich kannte. Der Generalvikar machte mir viel Freude. Er ging, ohne sich stören zu lassen, gerade durch die Abbrechenden durch und ordnete zur Erhaltung oder Herstellung an. Ich sah auch meinen Beichtvater einen großen Stein auf weitem Umweg herbeischleppen. Andere sah ich träge ihr Brevier beten und dazwischen etwa ein Steinchen als große Rarität unter dem Mantel herbeitragen oder andern hinreichen. Sie schienen alle kein Vertrauen, keine Lust, keine Anweisung zu haben und gar nicht zu wissen, um was es sich handle. Es war ein Jammer. Schon war der ganze Vorderteil der Kirche herunter, und nur das Allerheiligste stand noch. Ich war sehr betrübt und dachte immer: Wo bleibt denn der Mann, den ich sonst mit rotem Kleide und weißer Fahne rettend auf der Kirche stehen sah?
Da erblickte ich aber eine majestätische Frau über den großen Platz vor der Kirche wandeln. Ihren weiten Mantel hatte sie mit beiden Armen gefasst und schwebte leise in die Höhe. Sie stand auf der Kuppel und breitete weit über den ganzen Raum der Kirche ihren Mantel, der wie von Gold strahlte. Die Abbrechenden hatten eben ein wenig Ruhe gegeben. Nun wollten sie wieder heran, konnten sich aber auf keine Weise dem Mantelraume nähern. Aber von der andern Seite entstand eine ungeheure Tätigkeit der Aufbauenden. Es kamen ganz alte, krüppelige, vergessene Männer und viele kräftige, junge Leute, Weiber und Kinder, Geistliche und Weltliche, und der Bau war bald wieder ganz hergestellt. Nun sah ich einen neuen Papst mit einer Prozession kommen. Er war jünger und viel strenger als der vorige. Man empfing ihn mit großer Feierlichkeit. Es war, als solle er die Kirche einweihen, aber ich hörte eine Stimme, es brauche keine neue Weihe, das Allerheiligste sei stehen geblieben. Es sollte eben ein doppeltes, großes Kirchenfest sein, ein allgemeines Jubiläum und die Herstellung der Kirche. Ehe der Papst das Fest begann, hatte er schon seine Leute vorbereitet, welche aus den Versammelten ganz ohne Widerspruch eine Menge vornehmer und geringer Geistlichen ausstießen und forttaten. Und ich sah, dass sie mit Grimm und Murren die Versammlung verließen. Und er nahm sich ganz andere Leute in seinen Dienst, geistliche und auch weltliche. Dann begann die große Feierlichkeit in der St. Peterskirche.
30. Dezember 1819
A.-K. Emmerick: Wieder sah ich die Peterskirche mit ihrer hohen Kuppel. Michael stand auf ihr leuchtend in blutrotem Gewand, mit einer großen Kriegsfahne in der Hand. Auf der Erde war großer Streit. Grüne und Blaue kämpften gegen Weiße, und diese Weißen, welche ein rotes, feuriges Schwert über sich stehen hatten, schienen ganz zu erliegen; alle aber wussten nicht, warum sie kämpften. Die Kirche war ganz blutrot wie der Engel, und mir wurde gesagt: "Sie wird im Blute gewaschen." Je länger der Kampf währte, um so mehr wich die rote Blutfarbe von der Kirche, und sie ward immer durchscheinender. Der Engel aber stieg nieder und trat zu den Weißen, und ich sah ihn vielfach vor allen Haufen. Da ergriff sie ein wunderbarer Mut, sie wussten nicht woher; er war es, der unter die Feinde schlug, und diese flohen nach allen Seiten. Über den siegenden Weißen war nun das feurige Schwert verschwunden. Während des Kampfes liefen fortwährend Haufen der Gegner zu ihnen über und einmal eine ganz große Menge. Über dem Kampfe erschienen auch Scharen der Heiligen in der Luft, welche zeigten und mit Händen deuteten und winkten, alle verschieden und doch aus und in und zu einem Geiste.
Als der Engel vom Dach der Kirche niedergestiegen war, sah ich über demselben im Himmel ein großes, leuchtendes Kreuz, an welchem der Heiland hing, aus dessen Wunden leuchtende Strahlenbüschel sich über die Welt verbreiteten. Die Wunden waren rot wie glänzende Tore mit sonnengelber Mitte. Er trug keine Dornenkrone; aber aus allen Kopfwunden schossen Strahlen horizontal in die Welt. Die Strahlen aus den Händen, der Seite und den Füßen schossen regenbogenfarbig und teilten sich haarfein und auch mehrere vereint nach Dörfern, Städten, Häusern durch die ganze Welt. Ich sah sie hie und da, fern und nah, auf allerlei Strebende fallen und die Seelen einsaugen, welche in einer dieser Farben hinanglitten in die Wunde des Herrn. Die Strahlen der Seitenwunde strömten auf die unten stehende Kirche in einem sehr reichen und breiten Strom nieder. Die Kirche leuchtete ganz davon, und durch diesen Strahlenguss sah ich die meisten Seelen eingehen in den Herrn.
Ich sah aber auch ein rotes, leuchtendes Herz am Himmel schweben, aus welchem eine weiße Strahlenbahn in die Seitenwunde führte, und von welchem sich eine andere Strahlenbahn über die Kirche und viele Gegenden ausbreitete; und diese Strahlen saugten sehr viele Seelen ein, welche durch das Herz und die Lichtbahn in die Seite Jesu eingingen. Es wurde mir gesagt, MARIA sei dieses Herz. Außer diesen Strahlen sah ich aus allen Wunden Leitern sich gegen die Erde senken; einige reichten nicht ganz hinab. Diese Leitern waren verschieden gestaltet, schmal, breit, nah- und weitsprossig. Sie standen einzeln und auch gehäuft, es mögen wohl an dreißig gewesen sein. Sie waren von den Farben des Reinigungsortes dunkel und heller, grau, bis hinan immer mehr sich lichtend. Auf diesen sah ich viele Seelen mühsam hinanklettern. Manche stiegen rasch, als hätten sie Hilfe in stetem Fortschreiten, andere drängten sich verwirrt und fielen darüber wieder auf niedrigere Stufen, und einige fielen ganz in Nacht. Das mühsame Aufklettern war sehr rührend gegen das freudige Einsaugen zu betrachten. Es schien, als ob die stets und mit Hilfe Aufsteigenden der Kirche verwandter seien als die Gehinderten und Stockenden, Harrenden, Verlassenen, Stürzenden. Ich sah auch viele jener Seelen, welche in dem Kampfe blieben, jede ihre Bahn in den Leib des Herrn nehmen. Hinter dem Kreuz aber, in den tiefen Himmel hinein, sah ich ganze Scharen von ferner und ferner vorbereitenden Bildern des Erlösungswerkes, die ich nicht aussprechen kann. Es war, als wären sie die Stationen des Weges der göttlichen Gnade durch die Geschichte der Welt bis zu ihrer Erfüllung in der Erlösung. Ich stand nicht auf einem Punkt. Ich bewegte mich durch und zwischen den Strahlen umher und sah alles. Ach, ich sah Unermessliches, Unbeschreibliches.
Als der Kampf auf Erden getilgt war, waren die Kirche und der Engel, der nun verschwand, weiß und leuchtend geworden. Auch das Kreuz verschwand, und an seiner Statt stand eine hohe, leuchtende Frau auf der Kirche und breitete ihren goldenen, strahlenden Mantel weit über sie aus. Unter der Kirche erschien gegenseitige Demütigung und Versöhnung. Ich sah Bischöfe und Hirten sich nähern und ihre Bücher auswechseln, und die Sekten erkannten die Kirche durch den wunderbaren Sieg und durch die Lichter der Offenbarung, welche sie selbst auf sie hatten strahlen gesehen. Diese Lichter waren aus den Strahlen des Springquells des Sees, der aus Johannes war. Als ich diese Vereinigung sah, kriegte ich eine tiefe Empfindung von der Nähe des Reiches Gottes. Ich fühlte einen Glanz und ein höheres Leben in der Natur und eine heilige Bewegtheit in allen Menschen, wie zur Zeit der nahen Geburt des Herrn, und ich fühlte die Nähe des Reiches Gottes so, dass ich ihm entgegenzulaufen und zu jauchzen gezwungen war. (...)
Ich sah nun in der Kirche, welche nach dem überstandenen Kampf ganz wie eine Sonne strahlte, ein großes Fest. Ich sah viele Prozessionen hineinziehen. Ich sah einen neuen, sehr ernsten und strengen Papst. Ich sah vor dem Beginn des Festes sehr viele Bischöfe und Hirten verstoßen von ihm, weil sie schlecht waren. Ich sah dieses Fest in der Kirche besonders von den heiligen Aposteln mitfeiern. Da sah ich das 'Herr, zukomme uns dein Reich' recht nahe. Es war, als sehe ich himmlische, leuchtende Gärten von oben niedersteigen und sich mit auf Erden entzündeten Plätzen vereinigen und unten alles in ein ursprüngliches Licht eintauchen. Die Feinde, welche aus dem Kampf geflohen waren, wurden nicht verfolgt, aber sie schieden sich ab. Diese Kirchenbilder gingen nun in ein großes Gesicht vom himmlischen Jerusalem über.
Ich sah in die schimmernden Straßen der Gottesstadt voll glänzender Paläste und Gärten, in denen sich zahllose Scharen von Heiligen Gott lobend und auf die Kirche einwirkend bewegen. Im himmlischen Jerusalem ist keine Kirche; Christus selbst ist die Kirche. Maria thront über der Gottesstadt und über ihr Christus und die heiligste Dreifaltigkeit. Von ihr fällt wie Tau des Lichtes auf Maria, das sich von ihr niederbreitet über die ganze heilige Stadt. Ich sah unter der Gottesstadt die Peterskirche und frohlockte, dass sie trotz aller Nachlässigkeit der Menschen doch immer das wahre Licht von oben in sich empfängt. Ich sah die Wege, die zum himmlischen Jerusalem führen, und sah die heiligen Hirten, welche aus ihren Herden die vollendeten Seelen dahin geleiten."

Mile Christi

Schönes Symbolbild für die Konzilssekte! Omnia vastavit inimicus in sanctuario!