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Engelbild mit Melonis Gesicht - Diözese Rom will Kirche überprüfen

Einer der Engel, die das Grab von Italiens letztem König Umberto II. in der Basilika San Lorenzo in Lucina in Rom flankieren, scheint das Gesicht von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni zu tragen.

Wie LaRepubblica.it berichtet, war der Engel vor den jüngsten Restaurierungsarbeiten ursprünglich mit einem generischen Gesicht bemalt worden.

Die Basilika wird derzeit einer umfassenden Restaurierung unterzogen, die nach Angaben der Diözese Rom "ohne Änderungen oder Ergänzungen" erfolgen sollte. Daher wurde die Änderung des Engelsgesichts dem ehrenamtlichen Restaurator zugeschrieben und den Denkmalschutzbehörden nicht mitgeteilt.

Bruno Valentinetti, der Restaurator, hat bestritten, Meloni absichtlich dargestellt zu haben und behauptet, er habe lediglich Bilder von vor etwa 25 Jahren nachgebildet und dabei traditionelle Designs und Farben verwendet.

Die Diözese sagt, sie untersuche die Angelegenheit weiter.

Premierministerin Meloni reagierte humorvoll in den sozialen Medien und schrieb, dass sie "definitiv nicht wie ein Engel aussieht".

AI-Übersetzung
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ingrid kaletka

Jemand der sich offen mit der antichristlichen Führung der EU zeigt und diesen unterwürfig dient, ist alles andere als ein "Engel" - dieser "Engel" gehört eher zur Gegenseite...

Melonis Gesicht
Restaurierter Engel ruft Prüfer auf den Plan
Ein restauriertes Engelsgemälde in einer Kirche in Rom trägt Gesichtszüge von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni und sorgt damit in Italien für Aufsehen. Die Ähnlichkeit des Engels mit der Regierungschefin sei kaum zu übersehen, berichtete die Tageszeitung „La Repubblica“ am Samstag. Das römische Kulturministerium schaltete die obersten Denkmalschützer Roms ein, auch das zuständige Bistum will eine Prüfung.
Online seit gestern, 20.12 Uhr
Die Basilika San Lorenzo in Lucina im historischen Zentrum von Rom ist auch bekannt, weil sich dort eine Marmorbüste des letzten italienischen Königs Umberto II. befindet, der nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs 1946 ins Exil ging. Darüber sind zwei Engel gemalt, an denen vor der Restaurierung nichts besonders auffällig war.
Jetzt ähnelt einer davon allerdings ungewöhnlich deutlich der Ministerpräsidentin von der Rechtspartei Fratelli d’Italia (Brüder Italiens). Der mit Flügeln versehene „Meloni-Engel“ hält eine Schriftrolle mit der Zeichnung des italienischen Stiefels in der Hand. Der andere – weiterhin unauffällige – Engel reicht dem in Ungnade gefallenen Herrscher die Krone.

Ehrenamtlicher Helfer
Nach Angaben aus der Pfarre, die für die Basilika zuständig ist, stammt der Eingriff nicht von professionellen Restauratoren, die an anderen Teilen der Kirche tätig sind, sondern von Bruno Valentinetti, einem Sakristan und Dekorateur. Er wird von der Pfarrei als ehrenamtlicher Helfer beschrieben, der regelmäßig in der Kirche tätig ist. Er soll politische Sympathien für die Rechte haben, berichtete die Zeitung: Er soll auch schon vom inzwischen verstorbenen rechtspopulistischen Regierungschef Silvio Berlusconi für Renovierungsarbeiten in einer Villa beschäftigt worden sein.
Restaurierungsarbeiten in denkmalgeschützten Kirchen unterliegen in der Regel mehreren Aufsichtsebenen, darunter der Pfarrei und der zuständigen Denkmalbehörde. Wie ein derart auffälliges Detail unbeanstandet bleiben konnte, ist bisher ungeklärt. Die Basilika San Lorenzo in Lucina zählt zu den ältesten Kirchen Roms. Ihre Wurzeln reichen bis in das Jahr 440 nach Christus zurück. Sie liegt unweit der stark besuchten Einkaufsstraße Via del Corso.

2 weitere Kommentare von elisabethvonthüringen

Rektor überrascht
Nach Berichten über den restaurierten Engel mit angeblicher Ähnlichkeit zu Meloni zeigte sich der Rektor der Basilika, Monsignore Daniele Micheletti, überrascht. „Ich habe heute in der Früh die Zeitung gelesen und mir anschließend das restaurierte Werk angesehen. Tatsächlich gibt es eine gewisse Ähnlichkeit, aber man müsste den Restaurator fragen, warum er es so ausgeführt hat – ich weiß es nicht“, sagte Micheletti der Nachrichtenagentur ANSA.
APA/AFP/Filippo Monteforte
Die Ähnlichkeit ist kaum abzustreiten
Der Rektor betonte, er habe ausdrücklich darum gebeten, die Kapelle originalgetreu zu restaurieren. „Ich hatte darum gebeten, dass die Kapelle genauso wiederhergestellt wird, wie sie war“, erklärte Micheletti.
Das Bistum der italienischen Hauptstadt erklärte in einer Pressemitteilung, man wolle „die Angelegenheit mit dem zuständigen Pfarrer vertiefen und mögliche Maßnahmen prüfen“.

Opposition verärgert, Meloni amüsiert
Der Vorfall löste auch politische Reaktionen aus. Die Fraktionsvorsitzende der oppositionellen Demokraten (PD) im Kulturausschuss der Abgeordnetenkammer, Irene Manzi, forderte Kulturminister Alessandro Giuli auf, umgehend die römische Denkmalbehörde einzuschalten – was diese auch tat.
Der Vorfall stelle möglicherweise „einen schweren Verstoß gegen den italienischen Kodex für Kulturgüter und Landschaftsschutz dar, der willkürliche Veränderungen, Personalisierungen und nicht wissenschaftlich begründete Eingriffe untersage“.
Die oppositionelle Fünf-Sterne-Bewegung kritisierte, Kunst und Kultur dürften nicht Gefahr laufen, als Propagandainstrumente eingesetzt zu werden. Meloni postete auf Instagram ein Bild des Gemäldes, fügte ein lachendes Emoji hinzu und erklärte: „Nein, ich sehe definitiv nicht wie ein Engel aus.“
red, orf.atAgenturen