Zur bitteren Ironie der Menschheitsgeschichte gehört, dass Phasen der Sicherheit und des materiellen Wohlstands immer zum moralischen Verfall der Gesellschaft und damit zu ihrer Schwächung führen. Der große Kirchenlehrer und Heilige Augustinus schreibt über die Ursachen der Eroberung und Plünderung Roms:
„Ihr würdet in Zeiten des Wohlstands eine moralische Plage hervorrufen, die schlimmer ist als selbst der wütendste Feind.“
Und beruft sich dabei auf Scipio, dem Gegenspieler Catos, der sich im Senat gegen die Zerstörung Karthagos wandte, denn dies würde noch einen viel größeren Feind auf den Plan rufen, nämlich die Sicherheit, die zu einem geistigen Niedergang Roms führte, der Roms Untergang und Plünderung durch die Barbaren erst möglich machte.
Literatur:
Augustinus, De civitate dei contra paganos
Benjamin Kaiser, Benjamin Kaiser: Kulturmarxismus | Seuse Verlag
Ja, der Niedergang Roms war kein Ereignis, sondern ein Prozess. Und in solch einem (allerdings beschleunigten) Prozess befinden wir uns auch - einhergehend mit Trägheit und Wohlstandsverwahrlosung
Und wie sagt man:
Schlechte Zeiten schaffen starke Charaktere.
Starke Charaktere schaffen gute Zeiten.
Gute Zeiten schaffen schwache Charaktere.
Schwache Charaktere schaffen schlechte Zeiten.
Hoffen wir also auf bessere (wehrhaftere) Zeiten...